Trainerfunk - Folge 22 mit Erik Wudtke

In unserer 22. Folge von Trainerfunk geht es um Talententwicklung, Führung im Leistungssport und die Frage, wie man als Trainer nah an seinen Athlet:innen bleibt, ohne dabei die eigene Ruhe zu verlieren.

Zu Gast ist Erik Wudtke, aktuell Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Männer und zugleich hauptverantwortlicher Bundestrainer der U-19. 

Erik begann seine Spielerlaufbahn beim TV Weiden, bevor es ihn nach Frankreich und später nach Belgien zog, wo er zweimal belgischer Meister wurde. Parallel dazu war er von Beginn an im Trainergeschäft aktiv – zunächst als Spielertrainer bei verschiedenen Vereinen, unter anderem in Aachen, dann zunehmend hauptamtlich im Nachwuchs- und Verbandsbereich. 2015 wurde er Co-Trainer der Junioren-Nationalmannschaft, übernahm sie 2017 als Cheftrainer, wurde 2018 Jugendnationaltrainer und stieg 2020 als Co-Trainer bei der A-Nationalmannschaft ein. Mit ihr holte er 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris die Silbermedaille.

Im Gespräch mit unserem Host Frank Wieneke, geht es zunächst um die Frage, warum er sich für den Team- statt für den Individualsport entschied – und was das über Verantwortung, gemeinsames Erleben und den Umgang mit Niederlagen aussagt. Von dort führt das Gespräch zu seiner Leidenschaft für die Arbeit mit jungen Talenten: Warum ihn die langfristige Begleitung von Nachwuchsspielern mehr reizt als eine Cheftrainerstelle im Verein, was für ihn ein echtes Talent ausmacht – vor allem Trainierbarkeit und Eigenmotivation – und wie er als Trainer möglichst viel über die Persönlichkeit seiner Athleten in Erfahrung bringt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Rückblick auf die vergangenen großen Turniere: die knappe Finalniederlage gegen Dänemark bei Olympia 2024, die deutlich engere Finalpartie bei der Europameisterschaft im eigenen Land sowie der Weltmeistertitel der deutschen U19 nach zwei Verlängerungen und Siebenmeterwerfen gegen Spanien. Wudtke ordnet ein, warum der Sprung junger deutscher Spieler in die Handball-Bundesliga trotz starker Nachwuchsarbeit so schwierig bleibt – und zieht dabei einen Vergleich zur englischen Premier League und deren Nationalmannschaft.

Persönlich wird es, wenn es um Führung und Teamkultur geht: seine Rolle als ruhender Gegenpol zum emotionalen Cheftrainer Alfred Gislason, der Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Kabine und warum für ihn Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Direktheit die zentralen Werte seiner Trainerphilosophie sind. Nicht zuletzt blickt Erik Wudtke zurück auf seine eigene Zeit als Student an der Trainerakademie Köln – und verrät, was ihm davon bis heute am meisten geblieben ist.