Lisa Brennauer über Lernen und Austausch im Trainer:innenstudium

Olympiasiegerin, mehrfache Welt- und Europameisterin, heute Trainerin: Lisa Brennauer studiert aktuell an der Trainerakademie Köln im Diplom-Trainer-Studiengang DTS 32. In einem DOSB-Interview spricht sie über ihren Weg in den Trainerberuf, neue Lernfelder und die Bedeutung des Austauschs im Studium.

Lisa Brennauer gehört zu den prägenden deutschen Radsportlerinnen der vergangenen Jahre. 2021 gewann sie bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold in der Mannschaftsverfolgung; im selben Jahr wurde sie unter anderem Weltmeisterin in der Einerverfolgung, in der Mannschaftsverfolgung und mit der Mixed-Staffel auf der Straße. Nach ihrer aktiven Karriere arbeitet sie heute als Trainerin, unter anderem mit U-23-Teams, und studiert an der Trainerakademie Köln im Diplom-Trainer-Studiengang DTS 32.

Im Interview mit dem DOSB spricht Brennauer über ihre Motivation, den Trainerberuf zu ergreifen, über Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie über die Frage, welchen Stellenwert Trainer:innen im deutschen Leistungssport haben sollten. Der Titel des Gesprächs fasst eine ihrer zentralen Botschaften zusammen: „Der Stellenwert des Trainerberufs muss deutlich mehr respektiert werden“.

Neue Perspektiven im Studium

Besonders deutlich wird im Interview, welchen Wert Brennauer dem Trainer:innen-Studium an der Trainerakademie beimisst. Die A-Lizenz sei für sie die Grundlage gewesen, „um mein Studium an der Trainerakademie in Köln aufzunehmen, wo ich gerade im zweiten Jahr mittendrin bin“, sagt sie im Gespräch mit dem DOSB.

Auf die Frage, welche Inhalte für sie neu oder überraschend waren, nennt Brennauer zunächst die Bewegungslehre. „Neu war für mich das Feld der Bewegungslehre, vieles davon kannte ich aus dem Radsport noch nicht, vor allem nicht in der Detailtiefe“, sagt sie. „Das hat mir an einigen Stellen die Augen geöffnet“.

Überraschend sei für sie zudem das Fach Trainerphilosophie gewesen. Dort berichten erfahrene und erfolgreiche Trainer:innen aus ihrer Praxis. Brennauer beschreibt diesen Einblick als besonders wertvoll: „Das ist extrem interessant und sehr hilfreich für das Ausbilden einer eigenen Philosophie“.

Austausch als besonderer Mehrwert

Neben den fachlichen Inhalten hebt Brennauer vor allem den sportartübergreifenden Austausch hervor. „Der größte Benefit neben der Wissensvermittlung ist aber der Austausch mit anderen Trainerinnen und Trainern, der die Ausbildung so besonders macht“, sagt sie. Für sie liege darin ein zentraler Mehrwert des Studiums: „Gemeinsam mit Menschen aus anderen Sportarten über den Tellerrand zu schauen, sich zu hinterfragen und andere Sichtweisen kennenzulernen, das ist etwas, wovon ich enorm profitiere“.

Damit beschreibt Brennauer einen Kern des Diplom-Trainer-Studiums: Die Verbindung von wissenschaftlich fundierter Ausbildung, Reflexion der eigenen Rolle und dem Lernen im Netzwerk. Gerade für Trainer:innen, die aus einer erfolgreichen eigenen Leistungssportkarriere kommen, wird die Ausbildung so zu einem Ort, an dem Erfahrung eingeordnet, erweitert und in professionelles Trainerhandeln übersetzt werden kann.

Auf die Frage, ob ihr bislang etwas im Studium fehle, antwortet Brennauer zurückhaltend und zugleich klar: „Es liegt noch so viel Ausbildung vor mir, dass ich das nicht abschließend beurteilen kann. Bislang fehlt mir allerdings nichts, das Studium ist sehr erfüllend“.

Das vollständige Interview mit Lisa Brennauer ist auf der Webseite des DOSB abrufbar.