Diplom-Trainer im Einsatz: Jens Filbrich und Erik Wudtke im Fokus

10. Januar 2024 - 11:07 -- Christoph Dolch
Bereits nach wenigen Monaten im Amt ist der positive Einfluss von Jens Filbrich auf das deutsche Biathlon-Team spürbar. Staunten manche bei der Beförderung des früheren Langläufers zum neuen Co-Trainer der deutschen Biathleten vielleicht noch, hat sich schnell herauskristallisiert: Der 44-Jährige ist ein "Bessermacher". Das zeigt sich in den Ergebnissen und im Feedback seiner Athleten.
 
"Läuferisch haben wir einen Schritt nach vorn gemacht", sagt Johannes Kühn. Und auch Routinier Benedikt Doll lernt mit seinen 33 Jahren noch dazu: "Das Training ist das eine. Aber das Akribische, die Energie und Motivation, die einen ansteckt, das ist einfach super beim Jens. Das macht Spaß, im Team so zu arbeiten."
 
Unter Filbrichs Arbeit verzeichnet das Team bereits bemerkenswerte Erfolge: Sieben Einzel-Podestplätze in den ersten vier Weltcups, zwei mehr als in der gesamten letzten Saison. Das erste Trimester mit den Rennen in Östersund, Hochfilzen und Lenzerheide war der beste Saisonstart der Männer überhaupt.
 
"Das war ein extrem schöner Auftakt als Trainer für mich und da guckt man dankbar auf die Wochen zurück", sagte Filbrich in Oberhof. In Ruhpolding soll es ab Donnerstag so weitergehen.
 
Nach dem Rückzug des langjährigen Bundestrainers Mark Kirchner krempelte der Deutsche Skiverband mit Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling alles um, machte im Slowenen Uros Velepec erstmals einen Ausländer zum Cheftrainer - und beförderte Filbrich.
 
Der gebürtige Suhler absolvierte nach seiner erfolgreichen Langlauf-Karriere sein 3-jähriges Diplom-Trainer-Studium an der Trainerakademie Köln des DOSB. Nun kümmert sich um die Laufleistung der Biathleten und bringt dafür nicht nur seine Erfolge als Athlet mit, sondern auch sein Wissen und seine Kompetenz als Absolvent der Trainerschmiede in Köln.
 
"Die Komplexität des Biathlons ist brutal, da bin ich nur am Aufsaugen", sagte Filbrich über seine neue Aufgabe, die ihm zugleich unheimlich viel Spaß macht: "Ich bin von allen von Anfang an mit offenen Armen aufgenommen worden. Man hat gleich gemerkt, wenn wir gemeinsam eine neue Richtung einschlagen, dass da gemeinsam was entsteht."
 
Filbrich ist ein Fachmann, akribischer Arbeiter, strahlt eine positive Energie und Kompetenz aus. Um neue Bewegungsmuster zu erlernen und Eingeschliffenes zu verbessern, braucht es großes Vertrauen seitens der Sportler - und das hat sich Filbrich in kurzer Zeit erarbeitet.
 
Er setzte sich mit jedem Athleten zusammen, analysierte Trainingsdaten, um individuelle Schwerpunkte und Potenziale zu benennen. An der Trainingsmethodik hinzu mehr Umfängen und weniger Intensitäten wurde etwas geändert, genau wie bei der Auswahl der Trainingslager. "Es war ein Miteinander und ich bin froh, dass auch alle motiviert daran arbeiten", sagte Filbrich.
 
Für Filbrich ist es der Anfang einer "langen Reise, die auch erfolgreich sein wird. Und wenn man das als Trainer ausstrahlt, dann gehen die Sportler auch mit". Die ersten Schritte dahin hat Filbrich gemacht.
 
Erik Wudtke absolvierte sein Diplom-Trainer-Studium im Studiengang DTS 22, ein Jahr nach Jens Filbrich und ist inzwischen seit Jahren im Trainerteam des Deutschen Handball Bundes etabliert. Aktuell bereitet er als Co-Trainer die deutsche Handball-Nationalmannschaft auf die bevorstehenden Heim-Europameisterschaft und das Eröffnungsspiel gegen die Schweiz vor.
 
In einem Interview mit der Aachener Zeitung betont er, dass ein erfolgreicher Auftritt bei der EM im eigenen Land im Vordergrund  für seine Spieler steht. Die Schweiz, besetzt mit Bundesliga-Akteuren und einem erfahrenen Spielmacher, schätzt er allerdings auch als schweren Auftaktgegner ein.
 
Die deutsche Mannschaft, die zuletzt zwei Testspielsiege gegen Portugal verbuchte, ist bereit für die EM. Ein erstes Ziel natürlich ein Sieg gegen die Schweiz. Weiter möchte Wudtke ergebnismäßig zunächst gar nicht schauen: "Wir kümmern uns im Wesentlichen um die Dinge, die wir beeinflussen können, also um die Leistungs- und Handlungsziele. Wenn man unbedingt von einem Ergebnisziel sprechen will, dann wäre das der Sieg gegen die Schweiz. Auch, wenn sich das vielleicht langweilig anhört."
 
Auf die Frage nach den Turnierfavoriten nennt Wudtke Dänemark und Frankreich aufgrund ihrer starken Kader, erwähnt aber auch Schweden und Spanien als zuverlässige Teams. Er sieht Deutschland in einer Gruppe von sieben bis acht Mannschaften mit ähnlichem Leistungsniveau.
 
Quellen: dpa und Aachener Zeitung

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