ICCE Global Coach Conference 2017: Challenging Sport Coaching Frontiers

14. August 2017 - 15:40 -- Klaus Oltmanns

Das ICCE, International Council for Coaching Excellence, kann in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen begehen. Zu seinen herausragenden Angeboten gehört in jedem zweiten Jahr eine Global Coach Conference, die in diesem Jahr so schon zum 11. Mal stattfand, Ende Juli, Anfang August in Liverpool mit dem Titel „Challenging Sport Coaching Frontiers: The role of sport science and technology“.
ICCE-Präsident John Bales (Kanada) formulierte in seinen Grußworten: “Die ICCE Global Coach Conference 2017 in Liverpool führt, Trainer, Trainerausbilder und Coach Developer, Forscher, Sportwissenschaftler, Technische Direktoren und Führungskräfte aus dem Sport  zusammen um über Fragen des Sport Coaching zu sprechen, von neuen Coaching-Forschungsergebnissen zu erfahren und sich mit Topexperten im Coach Development aus der ganzen Welt  auszutauschen und zu diskutieren. Wir sind sicher, dass wir eine solche Weltklasse-Konferenz mit unseren Gastgebern aus Liverpool präsentieren werden.“

Knapp 400 Teilnehmer aus allen Kontinenten besuchten die Hauptkonferenz. In der von uns besuchten Vor-Konferenz „Research Fair“, für die das ICCE Research Committee verantwortlich zeigte, engagierten sich geschätzt 80 Teilnehmer.
 
Aus dem Research Fair
In fünf Zeitblöcken wurden je drei Arbeitsgruppen bzw. Themen in Gruppen angeboten, die zweimal durchlaufen wurden, so dass je zwei Themen besucht werden konnten. Die Angeboten Themen waren:
  • Interpersonal Coaching Behaviors
  • Developing the Coach Developer
  • The coach as a lifelong learner
  • Building Team Culture
  • Social Identity approach to Leadership
  • The contribution of different disciplinary perspectives to describing, explaining and changing sport coaching practice: the work disciplines do, and the chances of synthesis
  • High Performance coach development
  • Who looks after the coach? High Performance Coach Wellbeing
  • Developing athlete decision making
Im Ablaufplan der Pre Conference finden sich zu jedem Thema ausgewählte Literaturangaben zur Vertiefung, der Plan kann auf der Konferenzseite eingesehen werden.
 
Aus der Hauptkonferenz
Trotz des großen Teilnehmerzuspruches verstanden es die Veranstalter einen Ablauf zu schaffen, der den Schwerpunkt der Konferenz auf den intensiven wie gleichermaßen umfangreichen Austausch aller legte und es nicht beim frontalen „Aussenden von Botschaften“ beließ. Natürlich gab es Hauptvorträge im Plenum, unter anderem:
  • Eddie Jones (Head Coach England Rugby): Challenging Sport Coaching Frontiers
  • Barry Drust (Prof. LJMU Liverpool): Signal and noise, whose driving elite prerformance (Präsentation inzwischen erreichbar hier).
  • Kate Richardson-Walsh OBE (Captiain GB Hockey Team, Olympic Champion Rio 2016): Coaching & Science, an ahtlete’s perspective.
  • Amy Baltzell (Ass.Prof. Boston Univerity): Mindfulness & Coaching
Einen sehr großen Rahmen nahmen räumlich, zeitlich und methodisch aber die vielen Arbeitskreise ein (leider unterm Strich dann zu viele, zum Teil 6 bis 8 parallel), die dennoch oft als Stränge im gesamten Kongressverlauf „durchliefen“. Und dort, je nach Gruppe und Leitung, ging es dann ausgesprochen interaktiv zur Sache. Themenstränge bzw. Zielgruppen waren u.a.:
  • Coach and Performance Director
  • Information on ICCE Projects
  • Research and Best Practice in Coaching – mit zahlreichen Ausrichtungen, teilweise mit mehrfachen Angeboten, etwa: Coaching in High School, Coach Education Initiatives, Strength and Conditioning coaching, Women in Coaching, Coach Developer Stream (sehr umfangreiches Angebot mit zahlreichen Angeboten), Coach Learning
  • Support and use of technology for sport coach education.
Auch der zeitlich, räumlich wie der organisatorische Rahmen, bestens strukturiert, luden zum Austausch und Weiterdiskutieren ein. Highlight war sicher der Social Event am letzten Abend, diesmal mit einem Gala Dinner in der beeindruckenden Liverpool Cathedral.
 
Inhaltliches Resumee
Bei der Fülle der Angebote in der Konferenz, erst recht die Diskussionen und der Austausch lässt es nicht zu, dass ein einzelner Teilnehmer eine Zusammenfassung geben kann, die auch nur näherungsweise dem Wert der Veranstaltung wiedergeben könnte. Deshalb nur einige subjektive Eindrücke:
- Wenn es um Coaching bzw. Training i.e.S. ging, blieb haften der Umgang mit der nötigen Reduktion der Komplexität des Themas in der Praxisumsetzung, sei  es durch der Hinweis auf das was in der Sportart (spezifisch) gefordert wird (bspw. tactital  periodisation Jones, Signal and noise Drust). Die Bedeutung der Individualisierung (z.B. athete’s perspective Richardson-Walsh), athleted centred way, non-Linearität. Die Themen Führung, Kommunikation, mentale Aspekte und Mindset bei Athleten und Coach.
- Wenn es um Coach Development ging, so zeigt schon die Entwicklung der Begrifflichkeit vom tradtionellen Weg der „education“ (Ausbildung) hin zu „development“ (Entwicklung, Begleitung, Coach the coach, mentoring) den Weg, der längst auch aus der Personalentwicklung im Business bekannt ist. Damit verbunden auch Bezüge zum Spannungsfeld Expertise-Kompetenz-Wissen usw. Erneut Individualisierung, Kontextabhängigkeit, eneut: nicht lineare Wege. Professionalisierung des Coach Developers. Und last but not least: die Bedeutung des Assessments, nicht (nur) zwecks Lizenzierung oder Zertifizierung, sondern vor allem prozessbegleitend auf dem Lern- und Entwicklungsweg des Coaches/Trainers. Schlagworte von Dieffenbach: Assessement ----- OF learning or FOR learning --- Assessement IS learning!
 
Weitere Informationen
Die Veranstalter haben angekündigt, soweit möglich Präsentationen etc. auf der Tagungsseite im Internet zu posten. Aktuell (Mitte August) findet sich dort ein PDF mit Abstracts vieler Beiträge vor allem aus den Arbeitskreisen, leider ist die Zusammenstellung ohne Inhaltsverzeichnis und ohne erkennbare Strukturierung, so dass man sich mühsam durch die 368 Seiten arbeiten muss. Dazu gibt es (aktuell) einige ausgewählte Präsentationen. Natürlich können diese Materialien nur einen beschränkten Einblick in das Vorgetragene ermöglichen. Die besonders wertvollen Diskussionen und individuellen Austauschgespräche der Teilnehmer und Präsentatoren haben natürlich nur diejenigen, die vor Ort waren. Deshalb abschließend der Hinweis: zum Veranstaltungsabschluss wurde die nächste Konferenz angekündigt und die Einladung für den Ende des Oktobers 2019 in Tokio ausgesprochen!
 

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